Geschäftsbericht

2025

Fokusthema

Mobilität in der Region weiterdenken

Wie bewegen wir Darmstadt und die Region in Zukunft?

Mit neuen Sharing-Angeboten, autonomen Shuttles, Kundenservice direkt in der autoarmen Lincoln-Siedlung und pragmatischen Lösungen für wachsende Stadtteile gestalten wir Mobilität in Darmstadt und Darmstadt-Dieburg neu. Von Mikromobilität bis hin zu einer weiteren Straßenbahnanbindung – wir denken Mobilität weiter, vernetzt und für unsere Fahrgäste.

Mobilität wird schnelllebiger und geht neue Wege. Der Wunsch vieler Fahrgäste: Ein zuverlässiges Angebot – von Tür zu Tür. Mikromobilität wie E-Tretroller oder E-Bikes sind auf der sogenannten „letzten Meile“ ein wichtiger Bestandteil geworden. Carsharing-Autos müssen breit im Stadtgebiet verteilt und in Wohngebieten verfügbar sein. Doch wie organisiert man eine solch vielfältige Mobilität in einer Großstadt und in angrenzenden Gemeinden?

Bei dieser Frage unterstützt die HEAG mobilo, als offizieller Mobilitätsdienstleister der Wissenschaftsstadt Darmstadt und des Landkreises Darmstadt-Dieburg, passende Konzepte zu entwickeln und mit Partnern in die Fläche zu bringen. Unser Anspruch ist klar: Wir wollen Verkehrsmittel so verknüpfen, dass für unsere Kundinnen und Kunden ein attraktives Gesamtangebot entsteht – in allen Stadtteilen und darüber hinaus in den Nachbargemeinden.

Die folgenden Meilensteine erreichen wir 2025:

Carsharing wächst weiter, wobei wir uns bewusst auf innenstadtferne Bereiche konzentrieren. 16 neue Standorte entstehen z.B. in Wixhausen, Kranichstein, Waldkolonie, HeimstättenSiedlung, Eberstadt und im autoarmen Ludwigshöhviertel. Damit zählt die Flotte über 200 Carsharing-Fahrzeuge.

Auch bei ETretrollern und EBikes öffnen wir neue Wege zwischen den Kommunen. Erstmals können Nutzende Fahrzeuge nicht nur in Darmstadt, sondern auch in Weiterstadt und Griesheim leihen und dort abstellen.

  • Weiterstadt: Seit 2025 stehen dort 40 EBikes von Bolt bereit, die bis nach Darmstadt und Griesheim genutzt werden können. Von März bis Dezember 2025 wurden über 3.600 Fahrten absolviert. Dank der hohen Nachfrage wird der Testzeitraum bis Mai 2026 verlängert und um 170 ETretroller erweitert. Bereits im Wintermonat Dezember zählte Bolt bei den E-Tretrollern knapp 2.000 Fahrten.
  • Griesheim: Auch hier starten wir ein Pilotprojekt mit EBikes und ETretrollern. Mit den Angeboten von Bolt können Interessierte künftig flexibel zwischen Griesheim, Darmstadt und Weiterstadt pendeln. Bei insgesamt 150 E-Tretrollern und E-Bikes standen 2025 über 5.800 Fahrten statt.

Die Resonanz zeigt: Die neuen Mobilitätsformen werden gern für kurze Wege und als Zubringer zu Haltestellen genutzt. In Darmstadt liegt die Auslastung der insgesamt 350 E-Tretroller bei 1,4 Fahrten täglich. Von den 170 E-Tretrollern in Weiterstadt und den 130 E-Tretrollern in Griesheim wird jeder täglich mindestens einmal bewegt.

Stellen Sie sich vor, Sie steigen in ein On-Demand-Shuttle und niemand hat die Hände am Steuer. Das ist die Realität im Forschungsprojekt „KI-basierter Regelbetrieb autonomer On-Demand-Verkehre“ – kurz KIRA. Diese neue Form von zukünftiger Mobilität fährt bereits heute durch Langen, Egelsbach und den Darmstädter Norden. Im Projekt KIRA testen wir im Partner-Verbund mit DB, RMV und kvgOF, wie sich autonomes Fahren (Level-4-Technologie) im ÖPNV einsetzen lässt. Seit Juni 2025 können angemeldete Testpersonen kostenlos mitfahren. Über 1.000 registrierte Nutzende sind bereits heute mit KIRA unterwegs.

Autonomes Fahren ist ein wichtiger Baustein für den ÖPNV der Zukunft – gerade in Zeiten von Fahrpersonalmangel. Es eröffnet neue Einsatzbereiche und kann Verkehr effizienter gestalten. Deshalb engagieren wir uns bei KIRA: Wir wollen früh Erfahrungen sammeln, Prozesse verstehen und die Grundlagen schaffen, um auch künftig Verantwortung für die Mobilität in Stadt und Landkreis zu übernehmen.

Mehr Infos: kira-autonom.de

Mobilität weiterdenken heißt auch: Service dorthin bringen, wo er gebraucht wird. Seit August 2025 gibt es in der LincolnSiedlung eine neue Mobilitätszentrale – unsere dritte Anlaufstelle neben dem Kundenzentrum am Luisenplatz und der RMVMobilitätszentrale am Hauptbahnhof. Jetzt können Fahrgäste auch im Darmstädter Süden Tickets kaufen, Abos abschließen oder die Mobilitätsberatung nutzen. Die neue Mobilitätszentrale in der Franklinstraße 40 öffnet dienstags, mittwochs und donnerstags ihre Türe für unsere Fahrgäste.

Der Standort ist für neue Quartiere in Darmstadt gut gelegen: In der wachsenden LincolnSiedlung leben rund 5.000 Menschen, im nahegelegenen Ludwigshöhviertel kommen weitere 3.000 hinzu. Geschäftsführer Arne Rath bringt es auf den Punkt: „Beide Quartiere sind in der Stadtplanung autoarm konzipiert und daher besonders auf den ÖPNV angewiesen. Eine zusätzliche Anlaufstelle im Darmstädter Süden bietet ein wohnortnahes Serviceangebot, Ansprechpersonen direkt vor Ort und kürzere Wartezeiten.“

Während im Ludwigshöhviertel die ersten Bewohnerinnen und Bewohner einziehen, laufen die Vorbereitungen für die Mobilität der Zukunft: die geplante Straßenbahnanbindung. Die Trasse soll durch die Ludwigshöhstraße bis zur Heidelberger Straße verlängert werden. 2025 stand dabei im Zeichen der Planfeststellung – und wir warten bis der Planfeststellungsbeschluss durch das Regierungspräsidium vorliegt. 

Wir sorgen dafür, dass Mobilität im Quartier bereits heute möglich ist. Deshalb setzen wir zwischenzeitlich auf kleine Shuttle: zwei ehemalige HeinerLinerKleinbusse, die unter der Woche im 20-MinutenTakt zur Straßenbahnhaltestelle „Lichtenbergschule“ fahren. Ihr Schriftzug verrät es mit einem Augenzwinkern: Wenn sie einmal groß sind, werden sie eine Straßenbahn.

Interview

Baumaßnahmen, die alle pünktlich fertig wurden, eine sehr gute Fahrzeugverfügbarkeit, zwei Drittel der Busflotte, die elektrisch fährt und eine stabile Personaldecke für die Zukunft: 2025 war ein intensives und zukunftsweisendes ÖPNV-Jahr bei der HEAG mobilo. Lesen Sie hier mehr dazu im Interview mit unseren Geschäftsführern.

Johannes Gregor

Geschäftsführer

Arne Rath

Geschäftsführer

Das Interview mit unserer Geschäftsführung finden Sie hier als barrierefreies PDF zum Download.

1

2025 war ein intensives und zukunftsweisendes ÖPNV-Jahr.
Herr Rath, Herr Gregor, an welche Erfolge denken Sie besonders?

Gregor: Ich bin stolz sagen zu können: Wir halten, was wir unseren Fahrgästen versprechen. Wir haben ausreichend Personal und Fahrzeuge, um in Darmstadt und im Landkreis Darmstadt-Dieburg einen zuverlässigen ÖPNV anzubieten.
Zudem ist die Qualität der Kundeninformation gestiegen. Gerade bei besserer Wegeleitung und Kommunikation an Ersatzhaltestellen während Baumaßnahmen haben wir Lob bekommen. 

Rath: Besonders erfreulich ist außerdem, dass die Qualitätsvorteile auch mit einer wirtschaftlichen Verbesserung einhergehen: Wir haben erreicht, dass unser Defizit etwa 10 Prozent geringer ausfällt als erwartet – und das, ohne unser Verkehrsangebot einzuschränken.

2

Bei welchen Themen wollen Sie noch besser werden? Wo steht die HEAG mobilo am Ende des nächsten Geschäftsjahres? 

Rath: Die internen Abläufe zu verbessern, zu digitalisieren, Geschäftsprozesse in SAP zu überführen und gemeinsam in einer digitalen Zukunft zusammenzuarbeiten, wird eine Hauptaufgabe werden. Wir arbeiten gerade daran, alle Mitarbeitenden – auch im Fahrdienst und in Werkstätten – mit digitalen Endgeräten auszustatten.

Auch für unsere Fahrgäste werden wir auf mehr Digitalisierung setzen: Wir wollen einen Vertrieb, der sich weg von Fahrscheinautomaten und Bargeld hin zu zeitgemäßen und digitalen Angeboten bewegt.

Gregor: Wir engagieren uns bei Förderaufrufen, um langfristig alle Linienbusse elektrisch betreiben zu können. 2026 wird unsere Ladeinfrastruktur für einen komplett elektrischen Betrieb bereit sein. Selbstverständlich arbeiten wir bei unseren TINA-Straßenbahnen weiterhin gemeinsam mit Stadler an der Erschütterungssituation und der Zulassung. Und wir erwarten, dass wir (nach XX Jahren / endlich) eine Planfeststellungsgenehmigung für die Straßenbahnanbindung ins Ludwigshöhviertel erhalten, um auch dort der steigenden Nachfrage gerecht werden zu können. 

3

Mit Blick auf Streckenausweitung: Wie entwickelt sich die Mobilität in der Region Ihrer Meinung nach langfristig und was braucht es dazu?

Gregor: Wir erhalten im Sommer 2026 die Ergebnisse der Nutzen-Kosten-Untersuchung für die Vorhaben einer Straßenbahnerweiterung in den Landkreis. Diese soll zum einen von Weiterstadt über Darmstadt und Roßdorf nach Groß-Zimmern und zum anderen von Griesheim aus über Wolfskehlen nach Goddelau verlaufen. Abhängig vom Ergebnis stehen wir den Kommunen bei der Entscheidungsfindung zu einer Umsetzung zur Verfügung, wissentlich, dass wir alle – gerade mit Blick auf die wirtschaftliche Lage – in der Situation sind, aus weniger Mehr zu machen. 

Rath: Ich möchte hier ergänzen: Wir wollen auch in Zukunft mehr Mobilität bei einer gesunden Kostenstruktur anbieten. Dafür bringen wir beide unsere Expertise in den Gremien ein. Hier plädieren wir für überkommunalen Austausch, Entscheidungen, die Bestand haben, und weniger Bürokratie.

Wo wir erfreulicherweise schon mehr Klarheit für die Zukunft haben, ist beim ÖDA – dem Öffentlichen Dienstleistungsauftrag für unseren Busverkehr. Für die nächsten 15 Jahre sind wir erneut für den Verkehr in der Region beauftragt. Wir freuen uns sehr über dieses uns entgegengebrachte Vertrauen und arbeiten bereits intensiv an einem fahrgastfreundlichen Buskonzept sowie mehr Elektrobussen.

4

Wenn Sie sich abschließend etwas für den ÖPNV in Zukunft wünschen könnten, was wäre das? 

Rath: Mehr Unternehmen, die ihre Mitarbeitenden mit einem Jobticket unterstützen. Als Teil unserer Vertriebsoffensive bewerben wir das günstige und sinnvolle Deutschlandticket Job und RMV-Jobticket Premium, die im Wesentlichen von den Unternehmen für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gestützt werden.

Gregor: Einen neuen Betriebshof. Wir sind schon länger nicht mehr auf der Suche nach dem einen großen Gelände. Uns liegt der Austausch mit Stadt und Landkreis für eine Fläche zur Abstellung von Fahrzeugen und Werkstätten am Herzen. In der Zwischenzeit sanieren wir unseren Betriebshof in Frankenstein und einzelne Gebäude am Betriebshof Böllenfalltor, um in der eigenen Infrastruktur zukunftssicher zu bleiben.

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Zahlen und Fakten

Unsere neue Linie 3A

Mit dem Slogan „Wenn ich groß bin, werde ich eine Straßenbahn“ pendeln seit Sommer Kleinbusse ins neue Ludwigshöhviertel. Über 700 Menschen wohnen bereits dort. Für sie und alle anderen Fahrgäste binden wir das autoarme Quartier mit der Shuttle-Linie 3A an – bis zur Genehmigung der Straßenbahnstrecke.

800 Meter neue Gleise

Wer fleißige Hände sehen will, konnte dies in den Ferienzeiten erleben. Am Ostbahnhof, in Griesheim oder Eberstadt sowie am Luisenplatz und der Rhein-Neckar-Straße erneuern wir 2025 insgesamt 800 Meter Gleis. Mit zwei zusätzlichen Kreuzungen und sechs Weichen machen wir unser Streckennetz fit für die Zukunft.

> 870 Mitarbeitende

879 Mitarbeitende bei uns setzen sich tagtäglich für einen zuverlässigen ÖPNV ein. Um schon heute für die Zukunft vorbereitet zu sein, bilden wir weiter unsere eigenen Azubis aus. Ab 2026 auch erstmalig „Fachkräfte im Fahrbetrieb“.

54 Busse fahren elektrisch

Seit April 2025 „tanken“ alle Standardbusse Strom. Damit fahren zwei Drittel unserer Linienbusse elektrisch. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel: Im Durschnitt sind die Betriebskosten für die Elektrobusse niedriger als bei Dieselbussen.

200.000

Kilometer mit AirLiner pro Jahr

Rund 200.000 Kilometer absolviert ein AirLiner jährlich – auf keiner anderen Linie werden jedes Jahr so viele Kilometer gefahren. Nach gut fünf Jahren und somit über 1 Million gefahrenen Kilometern gehen zwei von vier Doppeldeckerbussen 2026 in den vorzeitigen Ruhestand – und wir freuen uns auf die nächste Generation.

> 50 Mio. Fahrgäste

Im Jahr 2025 sind über 50 Millionen Personen mit uns gefahren. Unsere Fahrgastzahlen bleiben nach einem erfolgreichen Jahr 2024 mit über 49 Mio. Fahrgästen auf einem konstant hohen Niveau. Unser täglicher Anspruch: Allen Fahrgästen eine zuverlässige, angenehme und sichere Fahrt zu bieten.

Deutschlandticket auf die 1

Die „Flatrate für den Regional- und Nahverkehr in ganz Deutschland“ bleibt seit dem Start des Deutschlandtickets im Mai 2023 ein Verkaufsschlager. Über 128.000 Menschen haben seitdem ein Deutschlandticket-Abo bei uns geholt. Hinzu kommen 5.000 Starterstarten sowie 136.000 Abos für Hessenpass mobil und 71 Unternehmen, die ein Deutschlandticket Job anbieten.

Zwei ST12 verlassen die Flotte

Ein neues Leben: 2025 verlassen zwei Hochflurbahnen, Typ ST12, unsere Flotte. Eine wird weiter bei uns als Fahrschulfahrzeug eingesetzt. Als Erinnerung an die Straßenbahngeneration haben wir aus den markanten Stoffen von der Nieder-Ramstädter Diakonie bunt gemusterte Taschen und Kissenbezüge nähen lassen und unter Straßenbahn-Fans verlost.

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