TINA-Störungsmelder
Sie möchten uns Hinweise zu Auffälligkeiten in Zusammenhang mit einem TINA-Fahrzeug mitteilen? Nutzen Sie dafür sehr gern unser Störungsmeldungs-Formular. Dieses ermöglicht eine effiziente Bearbeitung Ihrer Hinweise und die gezielte Auswertung übermittelter Daten. Auf diese Weise können Ihre Rückmeldungen einen wertvollen Beitrag zur Analyse und schnellen Behebung der Problematik leisten.
Bitte beachten Sie, dass wir über den Störungsmelder eingegangene Hinweise nicht beantworten. Wenn Sie eine Frage haben, nutzen Sie bitte wie bisher die Möglichkeit, das TINA-Kommunikationsteam unter st15@heagmobilo.de zu kontaktieren.
Update Februar 2025
Die Vibrationsmessungen durch ein unabhängiges Gutachterbüro konnten Ende Januar 2025 zum Abschluss gebracht werden. Aktuell werden die Ergebnisse vom Gutachter ausgewertet und anschließend gemeinsam mit der Technischen Aufsichtsbehörde besprochen. Sobald diese Abstimmungen stattgefunden haben, können weitere Informationen veröffentlicht werden.
Mehrere Fahrzeuge wurden in den vergangenen Wochen – nach dem Hinweis auf vermehrte Vibrationen und erhöhte Geräusche – hinsichtlich des Verschleißverhaltens der Radreifen überprüft. Darauf aufbauend wurden diese Radsätze außerhalb des üblichen Turnus behandelt. Es wurde eine Reprofilierung der Radreifen vorgenommen. Dabei werden verschleißbedingte Änderungen am Radprofil beseitigt und der Sollzustand des Radprofils wieder hergestellt.
Die gewonnenen Erfahrungen und die daraus resultierenden positiven Rückmeldungen haben uns dazu veranlasst, die Wartungsintervalle für den Einsatz der ST15 Fahrzeuge in Darmstadt zu optimieren.
Zum momentanen Zeitpunkt befinden wir uns in der Prüfung, nach wieviel Kilometern Laufleistung eine Radsatzbehandlung der ST15 Fahrzeuge stattfinden muss, um zusätzlicher Belastung vorzubeugen.
Sollten Sie weiterhin besonders auffällige Fahrzeuge bemerken, können Sie uns diese gerne unter Nennung der Fahrzeugnummer oder des Zeitpunkts der Vorbeifahrt (dann bitte auch Adresse oder ungefährer Ort angeben) melden. Wir gehen diesen Hinweisen nach, auch wenn es leider nicht immer kurzfristig möglich ist, Fahrzeuge aus dem laufenden Betrieb herauszunehmen. Hierfür müssen zunächst verschiedene Rahmenbedingungen geschaffen werden, da ein Ausfall und darauffolgende entsprechende Prüfprozesse Auswirkungen auf Personalressourcen, betriebliche sowie Werkstattabläufe und letztlich den Fahrplan haben.
Unsere Fachabteilungen prüfen weiterhin Möglichkeiten, Anwohnende zu entlasten. Diese Prüfungen sind umfangreich und nehmen viel Zeit in Anspruch, weshalb wir Anwohnende weiterhin um etwas Geduld bitten müssen.
Update Dezember 2024
Wir werden die Öffentlichkeit über unsere Homepage und die Medien zur Auswertung der Messergebnisse informieren. Diese wird für 2025 erwartet.
Das Projektteam arbeitet kontinuierlich daran, die noch bestehenden offenen Punkte im Inbetriebnahmeprozess aufzuarbeiten. Im November 2024 fanden vier Informationsveranstaltungen für Anwohnende statt, die in den vergangenen Monaten mit Beschwerden oder Verbesserungsvorschlägen an uns herangetreten waren. Ziel der Veranstaltungen war es, den aktuellen Stand der Inbetriebnahme zu zeigen, Problemfelder und Maßnahmen zu beleuchten und Fragen und Hinweise der Anliegenden aufzunehmen. Auch die Vibrationsmessungen wurden im Rahmen der Veranstaltungen bezüglich Zielsetzung und Ablauf thematisiert. Im Downloadbereich kann die Präsentation zu den Anliegendenveranstaltungen heruntergeladen werden.
HEAG mobilo im Dialog
Die HEAG mobilo möchte den Dialog mit den Anliegenden des Streckennetzes intensivieren. Wir suchen den Austausch und arbeiten mit verschiedenen Interessensgruppen zusammen. Wenn Sie Fragen, Anliegen oder Beschwerden zum neuen Triebwagen des Typs ST15 haben, melden Sie sich gerne unter st15@heagmobilo.de.

Vorteile und Technik
In den neuen Straßenbahnen finden bis zu 279 Menschen Bahn Platz. Dank der großen Panoramafenster und maximale Deckenhöhen wirkt der Innenraum hell, großzügig und geräumig. Eine größere Durchgangsbreite sorgt für mehr Barrierefreiheit. Auch die integrierten Schwenkrampen und die Mehrzweckbereiche verhelfen Menschen mit Beeinträchtigungen zu mehr Mobilität. Der Fahrgast-Innenraum sowie auch die Fahrkabine verfügen über umweltfreundliche CO2-Klimaanlagen. Gegenüber herkömmlichen Kältemitteln werden dadurch jährlich 14 Tonnen CO2 pro Fahrzeug eingespart. Außerdem sorgen USB-Lade-Ports für mehr Komfort für die Fahrgäste. Um die Bahnen noch sicherer zu machen, ist sie mit den neuesten Sensoren und Fahrassistenzsystemen ausgestattet.
Sie möchten einen virtuellen Blick in unsere Straßenbahn werfen? Dann sind Sie in unserem 360°-Rundgang genau richtig: HEAG mobilo ST15 „TINA“ | 360°-Rundgang
Häufige Fragen
TINA steht für „Total Integrierter Niederflur-Antrieb“ und bezeichnet das Modell aus technischer Sicht. In Darmstadt ist es die 15. Generation von Straßenbahntriebwagen (ST) und wird daher als ST15 bezeichnet, es handelt sich dabei also um die lokale Bezeichnung.
Hierfür gibt es drei Gründe:
- Zur Umsetzung der Mobilitätswende in Darmstadt sind verschiedene Maßnahmen beschlossen worden, unter anderem auch ein neues Fahrplankonzept sowie eine Straßenbahn-Netzerweiterung. Dadurch ist ein höherer Fahrzeugbedarf entstanden.
- Mit der Neubeschaffung soll eine sog. “Instandhaltungsreserve” aufgebaut werden, d.h. mehr neue Fahrzeuge ersetzen weniger, ältere Modelle, um Ausfällen vorzubeugen und den Straßenbahnbetrieb zu stabilisieren.
- Die ältesten Straßenbahnen unserer Flotte vom Modell ST12 haben nach über 30 Jahren nun das Ende ihrer Betriebsdauer erreicht. Die ST15-Bahnen ersetzen die auslaufenden ST12-Modelle. Ihre Anschaffung trägt zum einen dem Wunsch nach konstanter Modernisierung Rechnung, um unseren Fahrgästen ein komfortables Fahrerlebnis zu bereiten. Außerdem wird damit ein höheres Maß an Barrierefreiheit erreicht, da durch den Austausch der ST12 gegen die ST15 perspektivisch nur noch niederflurige Straßenbahnen im Liniennetz der HEAG mobilo im Einsatz sein werden.
- Beförderungskapazität 279 Personen, also mehr als 10% effizienter als eine ST14 mit Beiwagen (Beförderungskapazität 251 Personen)
- Klimatisierung über die gesamte Länge,
- modernes Erscheinungsbild mit verbesserter Gestaltung innen und außen, Panoramafenstern, USB-Ladeplätzen und optimiertem Fahrgefühl,
- optimierter Fahrgastraum mit hohem Niederfluranteil, großzügigen Durchgangsbreiten und Multifunktionsbereichen ermöglicht eine barrierefreie Erreichbarkeit der Sitzplätze von jeder Fahrzeugtür,
- verbesserte Energieeffizienz durch CO2-neutrales Kältemittel für die Klimaanlage sowie Heizung mittels Wärmepumpe,
- Assistenzsystem für das Fahrpersonal, das somit energiesparender fahren kann.
Straßenbahnen sind immer Einzelanfertigungen mit einem insgesamt hohen Individualisierungsgrad. Ab der Ausschreibung des neuen Fahrzeugs durchläuft der Prozess verschiedene Stadien: Zunächst wird noch beim Hersteller die so genannte statische Inbetriebnahme durchgeführt. Das bedeutet, dass bestimmte Funktionen im Stand getestet werden. Nach der Auslieferung finden vor Ort dynamische Tests verschiedener Systeme statt, wie beispielsweise Bremsen, Antrieb und andere Tür- und Assistenzsysteme. Nach Abschluss dieser Tests können die Fahrzeuge vorläufig in Betrieb genommen werden. In dieser Phase befinden wir uns derzeit. Am Ende des Prozesses steht die Inbetriebnahmegenehmigung nach §62 BO Strab (Betriebsordnung Straßenbahn). Hierzu müssen die noch offenen Punkte abgearbeitet und geprüft werden. Die technische Aufsichtsbehörde (TAB), die am Ende des Prozesses die endgültige Inbetriebnahmegenehmigung erteilt, ist beim Regierungspräsidium Darmstadt angesiedelt. Auch mit ihr befinden wir uns in stetigem Austausch. Sie ist kontinuierlich in den Prozess eingebunden.
Um sicherzustellen, dass die Fahrzeuge die im Vertrag zugesicherten Eigenschaften z .B. hinsichtlich Zuverlässigkeit, Wartungsfreundlichkeit und Fahrgastkomfort aufweisen, wurde mit dem Hersteller ein Probebetrieb vereinbart. Dieser dauert derzeit noch an. Wir testen den ST15 in unserem Liniennetz auf Herz und Nieren. In dieser Phase ist es normal, dass Anpassungen und Korrekturen notwendig werden, die wir nach und nach zusammen mit dem Hersteller Stadler umsetzen
Wir sind zum Thema der verbesserten Barrierefreiheit für mobilitätseingeschränkte Personen im intensiven Austausch mit dem Club Behinderter und ihrer Freunde (CBF e.V.) als Behindertenvertretung der Stadt Darmstadt und haben gemeinsam ein Konzept erarbeitet, um den Rangierbereich für Rollstuhlfahrende in der ST15 zu vergrößern. Die Einhaltung der normativen Vorgaben zum barrierefreien Ein- und Ausstieg für Rollstuhlfahrende soll durch eine neue Gummitrittleiste gewährleistet werden. Die mit dem CBF getroffenen Absprachen sind aktuell noch mit der Technischen Aufsichtsbehörde (TAB) abzustimmen.
Die Straßenbahnfahrzeuge des Typs ST15 erzeugen bei Halt und Türöffnung verschiedene Warnsignale, teilweise aus Sicherheitsgründen, andere zur Wahrung der Barrierefreiheit: Sie helfen blinden und seheingeschränkten Menschen, sich zu orientieren und sind deshalb grundsätzlich notwendig. Aufgrund eines technischen Fehlers passen sich die Tür-Töne jedoch derzeit noch nicht an die Umgebungslautstärke an, sondern sind lauter als sie sein sollen. Wir sind im engen Austausch mit dem Hersteller, um diesen Fehler so schnell wie möglich zu beheben.
Die Fahrzeuge haben ein neues Erscheinungsbild und einen anderen Aufbau als die Vorgänger-Modelle, machen andere Töne und erzeugen andere Schwingungen. Sie verhalten sich daher auch im Zusammenspiel mit der örtlichen Infrastruktur anders. Ob die Vibrationen des ST15 objektiv stärker sind, wird aktuell durch repräsentative Messungen geprüft.
Seit Mitte 2023 wurden uns einzelne Beschwerden über vom ST15 verursachte Vibrationen aus verschiedenen Teilen Darmstadts und des Landkreises zur Kenntnis gebracht. Im Dezember 2023 haben wir ein unabhängiges Gutachterbüro eingebunden. Das Gutachterbüro wurde Anfang 2024 mit einer gutachterlichen Stellungnahme zur Vibrationsthematik beauftragt und wertete diese in Februar/März 2024 aus. Die Technische Aufsichtsbehörde hat aufgetragen, dass außerdem Messungen der Vibrationen an repräsentativen Stellen im Liniennetz durchgeführt werden sollen. Dafür wurde im Herbst 2024 ein unabhängiges, staatlich geprüftes Gutachterbüro beauftragt. Die Auswertung der Messergebnisse wird bis Anfang 2025 erwartet.
Neben den genannten Vibrationsmessungen wurden weitere Maßnahmen ergriffen: Alle gemeldeten Stellen werden individuell begutachtet. Wo möglich und sinnvoll, werden unmittelbar erste Maßnahmen ergriffen (beispielsweise durch Schleifarbeiten an Schienenstößen oder den Ausbau nicht mehr benötigter Gleiswechsel, fortlaufende Kontrollen). Dadurch konnte an einigen Stellen bereits eine signifikante Verbesserung für Anliegende erreicht werden.
Für die Bewertung der Immissionen des ST15 werden im Herbst/Winter 2024 Schwingungsmessungen in Gebäuden durch ein unabhängiges, staatliche geprüftes Gutachterbüro durchgeführt. Dazu werden mehrere Schwinggeschwindigkeitsaufnehmer (Geophone zum Messen von Schwingungen) und Mikrofone (zum Messen von Sekundärluftschall) an unterschiedlichen definierten Positionen innerhalb der Gebäude aufgestellt. Die Messungen benötigen pro Gebäude ca. 4,5 Stunden. Die Messdaten werden im Anschluss durch das Gutachterbüro ausgewertet.
Selbstverständlich wird im Zuge der Messungen darauf geachtet, dass ST15-Fahrzeuge und ältere Modelle im Mess-Zeitraum fahren. Die Geschwindigkeit der vorbeifahrenden Fahrzeuge wird erfasst. Die Vibrationswirkung aller Bahnen wird gründlich per Protokoll dokumentiert (Fahrzeugmodell, Fahrzeugnummer etc.).
Die Messungen finden an repräsentativen Orten im Straßenbahnnetz statt, aus deren Umfeld gehäuft Beschwerden eingegangen waren. Alle Messorte befinden sich also in einem Beschwerde-Hotspot. „Repräsentativ“ bedeutet, dass die Messorte die verschiedenen im Straßenbahnnetz vorhandenen Randbedingungen widerspiegeln. Bei der Auswahl der Messorte spielen unter anderem Faktoren wie Lage, Alter und Bauweise der Gebäude eine Rolle. Die Messpunkte wurden durch das Gutachterbüro nach den genannten Kriterien ermittelt und bestimmt. In Absprache mit der Technischen Aufsichtsbehörde wurden diese daraufhin von der HEAG mobilo festgelegt.
